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Wrath & Glory: Blessings Unheralded $4.99
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Wrath & Glory: Blessings Unheralded
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Wrath & Glory: Blessings Unheralded
Publisher: Cubicle 7 Entertainment Ltd.
by Roger L. [Featured Reviewer]
Date Added: 09/14/2018 03:08:03

https://www.teilzeithelden.de/2018/09/12/angespielt-schellstarter-wrath-glory-ulisses-north-america-purge-the-heretics/

Nachdem bekannt wurde, dass Fantasy Flight Games nicht länger die Lizenz für Warhammer 40.000-Rollenspiele hält, war das Ende des beliebten Dark Heresy eingeläutet. Ein bisschen mussten Fans um die Zukunft bangen, bis Ulisses North America im Sommer 2017 einen Nachfolger ankündigte: Wrath & Glory. Wir haben den Quickstarter ausprobiert.

Warhammer erlebt derzeit, so könnte man sagen, einen zweiten Frühling. Mit Age of Sigmar wurde ein neues Zeitalter für Fantasy-Liebhaber eingeführt, das nach einem holprigen Start nun viele Fans hat. Die achte Edition der Warhammer 40.000-Regeln verkauft sich ebenfalls gut, und mit Shadespire, Kill Team und Adeptus Titanicus sind eine ganze Reihe Nebenlinien auf dem Markt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche digitale Spiele und Sammelkartenspiele.

Höchste Zeit also, auch die Rollenspieler mit neuem Futter versorgen. Passend zum Reigen der vielen Neuerscheinungen hat Ulisses North America, der US-Ableger von Ulisses Spiele, mit Wrath & Glory ein brandneues System für Warhammer 40.000 vorgelegt.

Die Spielwelt Wir schreiben das 41. Jahrtausend, und zwischen den Sternen gibt es nur eines: Krieg. Seit tausenden Jahren sitzt der Imperator der Menschen langsam verwesend in seinem goldenen Thron und herrscht über Millionen von Welten und Billionen von Lebewesen. Es ist eine Zeit, in der das Versprechen von Fortschritt und Wohlstand längst im grausamen Gemetzel unzähliger Kriege und dem Lachen blutlechzender Götter untergegangen ist. Das Universum ist ein großer und böser Ort, an dem dich niemand vermissen wird.

Mit ähnlichen Einleitungsworten führt der günstige Quickstarter die Spielenden in die Welt von Warhammer 40.000 ein. Wer in der Welt bereits zu Hause ist, kennt diese Worte nur zu gut. Wer sich neu auf die unzähligen Schlachtfelder wagt, bekommt gleich den ersten Eindruck: Das Leben Einzelner ist nicht viel Wert, und das Universum ist ein schrecklicher Ort geworden. Gegen das Imperium der Menschheit wirkt das Imperium aus Star Wars geradezu wie ein humanistischer Verein.

Die Bedrohungen dieser Zukunft sind vielfältig. Anhänger der Chaos-Götter, die das Imperium in seiner jetzigen Form vernichten wollen und dabei wenig rücksichtsvoll vorgehen, verfeindete Alien-Rassen und zahlreiche, oft blutige, Intrigen, sind ständige Gefahren. Das Imperium begegnet diesen mit mannigfaltigen Institutionen, wie einem gigantischen Verwaltungs- und Militärapparat, den legendären Space Marines und der gefürchteten Inquisition. Im Quickstarter werden die Grundzüge der Welt und die wichtigsten Akteure kurz umrissen, damit man auch als Einsteiger einen groben Überblick bekommt.

Der Quickstarter beinhaltet zudem sechs vorgefertigte Charaktere, die verschiedener nicht sein könnten. Neben einer Agentin der Inquisition findet man eine imperiale Gardistin, eine imperiale Kommissarin (eine Art Polit-Offizier), einen Space Marine der White Scars, eine Sororitas-Schwester (eine Art weiblicher Paladin) und einen imperialen Priester.

Diese formen gemeinsam eine sogenannte Warband (Kriegsbande). Was diese Individuen zusammengebracht hat und warum sie abseits ihrer eigentlichen Einheiten unterwegs sind, bleibt dabei dem Spielleiter überlassen. Schwammig wird nur darauf verweisen, dass die Kriegsbande, derzeit einen Freihändler unterstützt. Der Einfachheit halber bietet sich an, aus so einem gemischten Haufen eine Inquisitions-Zelle zu machen, ähnlich wie in Dark Heresy.

Im vollständigen Regelwerk wird in dieser Hinsicht maximale Flexibilität erlaubt. Man kann sowohl eine Gruppe Inquisitions-Agenten spielen, als auch einen Trupp Space Marines, polizeiliche Ermittler oder einen Kommando-Trupp. Sogar eine Einheit Eldar (Weltraum-Elfen) oder Orks zu spielen ist möglich.

Der Zusammensetzung der Gruppe sind fast keine Grenzen gesetzt, so dass man je nach persönlicher Vorliebe spielen kann: Eher kampflastig, eher ermittelnd oder eine gute Mischung aus beidem, oder vielleicht sogar die Abenteuer von Freihändlern? Kaum ein System dürfte so viele Freiheiten bereits mit dem Grundregelwerk einräumen. Bereits im Schnellstarter zeichnet sich aber ab, dass es ähnlich wie in Dark Heresy, nicht sehr sinnvoll sein dürfte eine gemischte Truppe aus normalen Menschen und einem Space Marine zu formen. Nicht nur seine Werte, sondern auch der Status des Space Marines, verschrieben die Balance der Gruppe stark.

Erfreulich ist übrigens, dass die fertigen Charaktere bereits untereinander verknüpft sind und man als Spielerin und Spieler weiß, wie die Charaktere zueinander stehen. Darüber hinaus gibt es ein kurzes kampflastiges Abenteuer, das aber auch die Regeln abseits der Kämpfe gut verdeutlicht und der Spielergruppe etwas ermittlerisches Geschick abverlangt.

In drei Akten arbeiten sich die Spielenden durch ein Krankenhaus, in dem etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, und bietet so einen guten Eindruck über die Spielidee hinter Wrath & Glory: klassische Detektivarbeit garniert mit regelmäßigen bewaffneten Auseinandersetzungen.

Die Regeln Die Regeln sind eine Mischung aus altbekannten und ein paar wirklich netten Ideen. Proben würfelt man stets mit einem Pool von W6, üblicherweise benötigt man drei Erfolge. Die Würfelergebnisse Vier, Fünf und Sechs stellen Erfolge dar, wobei Letzteres als zwei Erfolge zählt. Würfelt man zwei oder mehr Sechsen und hat zudem mehr Erfolge als benötigt, kann man einen Sechser-Wurf „verschieben“. Damit kann man entweder im Kampf Bonusschaden machen oder bekommt einen Vorteil in Nicht-Kampfhandlungen. Beispiel: Markus braucht drei Erfolge und würfelt eine Vier, eine Fünf und zwei Sechsen und hat somit sechs Erfolge. Bereits mit den ersten drei Würfeln hat jedoch er genug Erfolge erzielt. Er kann nun die zweite Sechs in einen Vorteil verwandeln.

Die Proben können natürlich modifiziert werden, um die Schwierigkeit der Aufgabe zu reflektieren. Wrath & Glory rechnet hier immer in Zweierschritten, von einer Erleichterung von -2 bis zu einer Erschwernis von +8.

Die Proben würfelt man dabei auf passende Fertigkeiten, und ein kombinierter Wert aus Fertigkeitswert und Attributwert ergibt den Würfelpool. Dazu kommen noch Charaktereigenschaften (Traits), die zum Beispiel etwas über den Wohlstand, die körperliche und geistige Widerstandskraft oder den Einfluss des Charakters aussagen. Diese Werte werden in entsprechenden Situationen herangezogen und entscheiden zum Beispiel darüber, ob ein Charakter im Kampf Schaden erleidet und wie stark.

Friss mein Kettenschwert, Häretiker! – Die Kampfregeln Warhammer ist von harten und brutalen Kampfregeln geprägt. Auch Wrath & Glory versucht diesem Aspekt gerecht zu werden. Relevant für den Kampf sind dabei zwei Fertigkeiten, nämlich Weapon Skill (Nahkampf) und Ballistic Skill (Fernkampf), der Defence-Wert, der Schadenswert der Waffe, sowie der Shock-Wert und die Anzahl von Wunden.

Allgemein

Die Initiative liegt immer bei den Spielern, es sei denn sie geraten in einen Hinterhalt und entdecken diesen nicht rechtzeitig. Spannend: Zu Beginn jeder Kampfrunde entscheiden die Spieler über die Reihenfolge, in der sie drankommen. Das gibt Kämpfen eine interessante Dynamik. Beginnend mit dem ersten Spieler wechseln sich dann Spieler und NSC ab. Ist in einer Situation unklar, wer beginnt, wird ein W6 geworfen, und die beteiligten Charaktere handeln in der Reihenfolge der Würfelergebnisse.

Jeder Spieler hat mehrere Aktionsmöglichkeiten pro Kampfrunde. Eine Bewegungsaktion (bestehend aus einer einfachen Bewegung und entweder Rennen oder Sprinten) und eine Kampfaktion, bis zu zwei einfache Aktionen sowie eine unbegrenzte Anzahl von freien Aktionen. Letztere dürfen auch genutzt werden, wenn ein anderer Spieler dran ist. Dazu zählt zum Beispiel ein Soak-Wurf, um eine Verwundung zu reduzieren. Einfache Aktionen sind etwa das Ziehen von Waffen oder Drücken von Schaltern.

Darüber hinaus kann man eine zusätzliche Aktion pro Runde durchführen, die dann um +2 erschwert ist. Dabei darf keinesfalls eine Aktion doppelt ausgeführt werden. Es ist also möglich, in einer Kampfrunde in Deckung zu rennen, dabei das Magazin zu wechseln und zu schießen.

Angriff

Beginnt man einen Kampf, würfelt man im Nah- oder Fernkampf gegen den Verteidigungswert des Gegners. Hat dieser zum Beispiel einen Wert von 5, benötigt der Charakter auch fünf Erfolge. Dabei ist es möglich, einen Gegner umzurennen, dem eigenen Hieb mehr Wucht zu verpassen oder sogar, für einen kumulierten +2 Malus je Gegner, mehrere Gegner gleichzeitig anzugreifen.

Außerdem sind gezielte Schüsse für eine erschwerte Probe möglich, die dann bis zu 3 Bonuswürfel auf den Schadenswert geben.

Kommt man übrigens zu dicht an einen Feind, kann man diesem nur noch im Nahkampf beikommen oder versuchen, mit einer Pistole zu agieren, wobei man aber auf Nahkampf würfeln muss. Charaktere können sich mit einer Bewegung von einem Gegner lösen, der dafür aber sofort einen Angriff würfeln darf.

Schock und Schaden

Ist die Angriffsprobe erfolgreich, geht es an das Auswürfeln das Schadens. Jede Waffe hat einen bestimmten Schadenswert, der mit einem oder mehreren W6 noch erhöht werden kann. Ist dieser Schadenswert gleich dem Widerstandswert des Charakters, entsteht zwar keine ernste Verletzung aber ein Schock, der mit einem W3 ausgewürfelt wird. Die ausgewürfelte Zahl zieht der getroffene Spieler nun vom eigenen Schockwert ab. Sinkt dieser auf 0 oder darunter, ist der Charakter erschöpft und nicht mehr zu komplizierten Handlungen fähig. Er kann sich nur noch einfach bewegen, einfache Aktionen ausführen oder sich aus einem Kampf zurückziehen.

Liegt der Schadenswert über dem Widerstandswert, erhält der Charakter pro Schaden über dem Widerstandswert eine Wunde. Fällt der Wundwert auf 0, ist der Charakter zu schwer verletzt für weitere Kämpfe und bricht zusammen. Erhält er auf diese Weise mit einem Schadenswurf die doppelt so viel Schaden, wie sein Start-Wundwert beträgt, stirbt der Charakter sofort. Dies gilt auch, falls ein Gegner einem bereits niedergeschlagenen Gegner weiteren Schaden zufügt.

Ist ein Charakter schwer verwundet, muss er in jeder Kampfrunde eine Defiance-Probe mit einem W6 absolvieren. Bei einem Erfolg stabilisiert sich sein Zustand, schlägt die Probe dreimal fehl, stirbt der Charakter ebenfalls. Alternativ können schwer verletzte Charaktere auch durch andere Charaktere mit der Fähigkeit Medicae stabilisiert werden.

Wrath & Glory & Ruin Aus vielen Systemen bekannt sind sogenannte Fate-Punkte, die zum Beispiel erlauben, einen misslungenen Wurf zu wiederholen. Wrath & Glory führt gleich drei solche Mechanismen ein, die unterschiedlich gesammelt werden können und auch unterschiedliche Auswirkungen haben.

Jeder Spieler hat zu Beginn der Spielsitzung zwei Wrath-Punkte. Für schöne Rollenspielszenen kann die Spielleiterin oder der Spielleiter Charaktere mit zusätzlichen Punkten belohnen. Außerdem dürfen alle Spielenden zu Beginn einer Spielsitzung auf ein Missionsziel würfeln. Diese Ziele geben einem zum Beispiel vor, eine Situation statt mit Gewalt mit Raffinesse zu lösen oder einen bestimmten Satz zu sagen. Eine schöne Idee, die Rollenspiel belohnen soll. Wrath-Punkte kann man ausgeben, um misslungene Proben nochmals zu würfeln, im Kampf den Schockwert zu regenieren oder ein kleines erzählerisches Element einer Spielszene zu verändern bzw. zu ergänzen. Wrath-Punkte werden nicht in die nächste Spielsitzung übertragen, und jeder startet wieder mit zwei.

Glory-Punkte hingegen sind ein Pool der Spielergruppe. Dieser hat mindestens eine Grenze von 6 und maximal eine Grenze von Spielerzahl +2. Glory-Punkte erhält man entweder, wenn man eine 6 bei einer Probe übrighat oder man mit dem Wrath-Würfel eine 6 würfelt.

Diese Punkte kann man für Bonuswürfel bei Proben nutzen, für Bonusschaden oder um die Initiative zu beeinflussen.

Mit Ruin-Punkten erhält auch die Spielleiterin oder der Spielleiter eigene Fate-Punkte. Wann immer ein Corruption- oder Fear-Test nicht bestanden wird, oder sie oder er selbst eine 6 auf seinem Wrath-Würfel würfelt, erhält die Spielleiterin oder der Spielleiter einen Ruin-Punkt. Diesen kann sie oder er für verschiedene Vorteile zu seinen Gunsten ausgeben, ähnlich wie die Spieler.

Erscheinungsbild Ernteten erste Entwürfe noch harsche Kritik, weil der Stil zu freundlich und sauber sei, sind die finalen Illustrationen durchweg gelungen und geben die Spielwelt gut wieder. Einzig der Space Marine scheint bei seinem Training auf den „Leg-Day“ verzichtet zu haben.

Das Layout ist übersichtlich und professionell, und man findet sich im Regelwerk und in den Charakteren schnell zurecht.

Fazit Wrath & Glory versucht nicht einfach, alte Warhammer 40.000-Rollenspiele zu kopieren, sondern etwas Neues zu sein. Die Möglichkeiten, an Abenteuer heranzugehen, sind dabei entsprechend umfangreich, und der Quickstarter vermittelt einen guten Eindruck. Die Regeln sind simpel, lediglich in Kämpfen könnten die zwei Schadenswerte etwas Geschwindigkeit kosten. In der Praxis ging dies nach ein paar Kämpfen aber flott von der Hand und simuliert sehr schön die Erschöpfung, die in Kämpfen auftritt. Mit Wrath, Glory und Ruin wurden zudem sehr interessante Abwandlungen der beliebten Fate-Punkte geschaffen, die die Willkür und Grausamkeit des Universums auch in den Regeln widerspiegeln. Schön ist daran auch, dass die Regeln selbst zu mehr Rollenspiel einladen. Ob jedoch die Mischung aus einfachen Menschen, göttlichen Space Marines und Aliens innerhalb einer Gruppe sinnvoll ist oder massiv das Balancing beeinflusst, muss ein umfangreicher Spieltest der vollständigen Regeln zeigen. Klar muss Spielenden auch sein: Hier gibt es keine romantisierte Guten und die Welt ist menschenverachtend. Das ist also nicht für jeden etwas, zumindest ganz sicher nicht, für eher zartbesaitete Gemüter. Wer sich aber auf diese beiden Punkte einlassen wird, lernt eine Welt kennen, die in ihrer Vielfalt und Komplexität, kaum zu überbieten ist. Selbst nach Jahren des Spielens, wird man immer wieder neue Geheimnisse lüften und interessanten Seiten der Welt entdecken.

Der Spieltest hat jedenfalls Lust auf mehr gemacht. Das englische Regelwerk ist inzwischen analog und digital samt Kampagnenband erschienen. Ulisses hat bereits angekündigt, noch im Herbst/Winter 2018 eine deutsche Übersetzung zu veröffentlichen.



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